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Leistungsklassen

Das neue System der Leistungsklassen

 
Die IPO 2009 soll leistungsgebundene qualifikationen und damit mehr Fairness für alle Turnierteilnehmer sowie eine bessere sportliche Vorstellung gemäß der Leistungsfähigkeit von Reiter und Pferd ermöglichen.
 
Wie sieht die Lösung aus?
 
  • Aufgabe des bestehenden Klassensystems, das den Anforderungen für gerechtes Aussiegen und damit fairen und vergleichbaren Wettkampf nicht ausreichend gewährleisten konnten
  • Einführung eines logischen Leistungsklassensystems in den drei Prüfungs-Kategorien oder „Prüfungs-Strängen“: Tölt, Viergang und Fünfgang
  • (Die Pass- und Dressurprüfungen können vorerst außer Acht gelassen werden und müssen aufgrund der geringeren Starterzahlen nicht derart geregelt werden.)
  • Einteilung der drei oben genannten Kategorien in sieben Leistungsklassen, die anhand der bekannten Ergebnisverteilungen und Erfahrungswerten der Vergangenheit sowie
    außerdem bestehenden Qualifikationsgrenzen eingeteilt werden
  • Ausnahmen: Beibehaltung der Altersgrenzen für die jugendlichen Reiter, bei der optionalen Möglichkeit, Prüfungen gemeinsam mit den Erwachsenen auszuschreiben.
    Beibehaltung der Kinderklassen KL, KM und KS im gewohnten Rahmen
  • Wichtig: Wer an einem Islandpferdeturnier, egal auf welchem Niveau, wettkampfmäßig teilnimmt, ist als Turnierreiter - und damit als Sportler - zu betrachten!
 
Die Leistungsklassen
 
LK 1 Qualifikationspunkte der ehem. Sportklasse A
LK 2 Qualifikationspunkte zur DIM
LK 3 Qualifikationspunkte der Jugend/Juniorenklasse A
LK 4 DJIM-Qualifikation für Junioren
LK 5 DJIM-Qualifikation für Jugendliche
LK 6 ohne Ergebnisse oder < 5,0 Punkte
LK 0 keine IPO-Prüfungen, keine Registrierungspflicht
 
Die Leistungsklassen in den drei
Kategorien Tölt, Viergang und Fünfgang
 
Ab der unten aufgeführten Punktzahl hat sich eine Pferd/Reiterkombination für die jeweilige LK qualifiziert, bzw. hat für die darunterliegenden LKs ausgesiegt
 
 Leistungsklasse
Tölt
Viergang
Fünfgang
 LK 1
6,50
6,30
6,20
 LK 2
6,30
6,20
6,00
 LK 3
6,00
6,00
5,80
 LK 4
5,60
5,60
5,50
 LK 5
5,30
5,30
5,20
 LK 6
ohne Ergebnisse
oder < LK 5
ohne Ergebnisse
oder < LK 5
ohne Ergebnisse
oder < LK 5
 LK 0
keine FIPO/
IPOPrüfungen
keine FIPO/
IPOPrüfungen
keine FIPO/
IPOPrüfungen
 
Was bedeutet das für den Reiter?
 
  • Die jeweilige Reiter/Pferdkombination kann in der entsprechenden LK nach einmaligem Erreichen der Punkte reiten (Qualifikation nach „oben“, § 9.3)
  • Nach zweimaligem Erreichen der entsprechenden Punktzahl für eine Leistungsklasse, muss in dieser LK geritten werden (Aussiegen, § 9.4)
  • Nach einmaligem Erreichen der Punktzahl ist die Teilnahme an einer Prüfung zwei LKs „tiefer“ nicht mehr möglich (relatives Aussiegen, § 9.5)
  • Die Qualifikation in eine bzw. das Aussiegen aus einer LK ist bis zum 31. Dezember der Folgejahres gültig (§ 9.6)
  • Gleiche Prüfungen können gemeinsam durchgeführt werden, Endausscheidungen dann aber entsprechend der individuellen Ausschreibung nach verschiedenen Leistungsoder Alterklassen getrennt geritten werden
 
Welche Besonderheiten gibt es?
 
  • Die Einteilung in die LK erfolgt beim Nennen
  • Wenn ein Reiter in der Zwischenzeit aufgestiegen ist, kann er ohne
    Umnennungsgebühr in einer höheren LK reiten. Ist die höhere LK nicht
    ausgeschrieben und der Reiter bereits ausgesiegt, kann er streichen und erhält sein Geld zurück (z.B. fehlende LK 2 auf Hausturnier)
  • Ist eine Prüfung nicht passend ausgeschrieben, gilt Leistungsklasse vor Altersklasse, bspw. startet dann ein Jugendlicher in seiner LK bei den Erwachsene
 
Besonderheiten für 2009 und die Kinderklasse
 
  • Die Einteilung für die Saison 2009 erfolgt anhand der Ergebnisse der
    vergangenen Saison 2008; die Reiter werden über ihre jeweiligen LKs über das Zentralregister informiert. Für Reiter (z.B. aus dem Ausland) ohne Ergebnisse ist für den Start in der LK 1 ein entsprechender Nachweis nötig
  • Sonderregelungen für Kinder: Die Kinderklasse darf nicht mit anderen
    Altersklassen zusammen gelegt werden und muss somit separat
    ausgeschrieben werden. (Innerhalb der Kinderklassen kann jedoch auch in LKs geritten werden.)
    Zwölfjährige Kinder können sich wie bisher für die Jugendklasse entscheiden und dann regulär im Leistungsklassensystem reiten
 
Wie ändert sich die Ausschreibung?
 
nach IPO 2008.2
Sportklasse A
1. SA T1
2. SA T2
3. SA V1
4. SA F1
Sportklasse B
5. SB T3
6. SB T2
7. SB V2
8. SB F2
Sportklasse C
9. SC T5
10. SC T6
11. SC V3
12. SC F3
Sportklasse D
13. SD T7
14. SD T8
15. SD V6

 
nach IPO 2009*
Töltprüfungen (T-LK)
1. T1 LK 1
2. T2 LK 1
3. T2 LK 2-6
4. T3 LK 2-6
5. T7 LK 2-6
6. T8 LK 3-6
7. T8 LK 5-6 (VE T8 gemeinsam, EA getrennt LK3-4 und LK 5-6)
Viergangprüfungen (V-LK)
8. V1 LK 1
9. V2 LK 2-6
10. V3 LK 2-6
11. V5 LK 2-6
12. V5 LK 4-6 (VE V5 gemeinsam, EA getrennt LK 2-3 und LK 4-6)
Fünfgangprüfungen(F-LK)
13. F1 LK1
14. F2 LK 2-6
15. F3 LK 3-6
*da die IPO 2009 große Flexibilität im Angebot der ausgeschriebenen
Prüfungen zulässt, ist hier nur eine Möglichkeit beispielhaft dargestellt
 
Was passiert mit einem Reiter?
 
Jón Jónsson reitet mit Blesi sein erstes Turnier in der leichten Viergangprüfung V5. Blesi ist ein vielversprechnder, junger Viergänger, aber das schnelle Tempo Tölt ist noch unsicher und muss noch etwas trainieren werden. Jón will Blesi deshalb nicht überfordern. Da Blesi ansonsten sehr gut bis Mitteltempo tölten kann, reitet er ihn schon in der Töltprüfung T2.
Weil es der erste Start dieser Reiter/Pferdkombination ist, starten sie in Prüfungen, die bis LK 6 ausgeschrieben sind.

Dabei erhält Jón folgende Punkte:
V5 LK 2-6: 5,63
T2 LK 2-6: 6,33

Mit diesen Ergebnissen hat sich Jón mit Blesi für das nächste Turnier in der Kategorie Viergang für die LK 4 qualifiziert und dürfte dort starten. Er muss es erst, wenn er ein zweites Mal über 5,60 Punkte erreicht. Allerdings darf er auf dem nächsten Turnier nicht mehr zwei Klassen „tiefer“ in LK 6 starten (relatives Aussiegen). Das wäre z.B. relevant, wenn es dort eine eigene Endausscheidung in der V5 für LK 6 gäbe.
Im Tölt T2 hat sich Jón direkt für die Deutsche Meisterschaft (LK2: 6,30 Punkte) qualifiziert und ausgesiegt für LK 4-6.
Auf dem nächsten Turnier, einem großen OSI, ist Viergang V5 für LK 2-6 und LK 5-6 ausgeschrieben, Tölt T2 gibt es für LK 1 und LK 2-6. Jón ist ambitioniert, obwohl er ja im Viergang noch LK 5 starten dürfte (mit Chancen auf die Endausscheidung), entscheidet er sich für V5 LK 2-4.
Er erhält folgende Punkte:
V5 LK 2-4: 5,77
T2 LK 2-6: 5,97

Damit hat er seine Qualifikation für die LK 4 im Viergang bestätigt, und ist damit für die LKs 5-6 ausgesiegt. Im Tölt konnte er sich nicht verbessern, hier bleibt alles wie nach dem ersten Turnier.
 
Was wird uns das bringen?
 
  • Der Veranstalter hat mit den Regelung der neuen IPO 2009 ein Instrument an der Hand, mit dem er individuell und gezielt sein Turnier für seine Klientel gestalten kann.
  • Der Reiter kann mit der neuen IPO seine eigenen sowie die Stärken seines Pferdes gezielt im Wettkampf einsetzen. Gleichzeitig wird gewährleistet, dass er sich dabei nur mit gleichstarken Konkurrenten misst.
  • Das Pferd kann seinem Ausbildungs- und Leistungsstand entsprechend für die jeweiligen Prüfungen genannt und damit besser vorgestellt werden.
Fazit
 
Mit der neuen IPO 2009 hat der IPZV ein zeitgemäßes
Regelwerk, das den Bedürfnissen seiner Turnierreiter
Rechnung trägt, die Flexibilität und Vielfalt seiner
Veranstaltungen widerspiegelt und fördert und dem Wohle
des Pferdes im Sport dient.